logo

Öffentliche Gemeinderatssitzung am 26.04.2011

By K. Zeiler
Erstellt 02.05.2011 - 14:54

Vorstellung des Maßnahmenpakets zur Sanierung des Kindergartengebäudes St. Martin und Beschlussfassung zu den Bauabschnitten

Der Kindergarten St. Martin wurde 1971 als Flachdachgebäude gebaut und 1993 um ein aufgesatteltes Dachgeschoß erweitert. Die Sanitärräume des Erdgeschoß stammen noch aus der Bauzeit und befinden sich in einem schlechten Zustand. Eine Erneuerung ist dringend notwendig. Auch die elektrische Fußbodenheizung ist zwischenzeitlich sehr störanfällig und entspricht bei Weitem nicht mehr dem Stand der Technik. Die Kosten für die Heizung sind in den letzten Jahren unverhältnismäßig gestiegen. Dies ist einerseits natürlich auch auf die ständig steigenden Strompreise, andererseits aber auch auf die nicht mehr oder nur noch schlecht funktionierende Steuerung der Heizung und auf die oftmals fehlende Dämmung zurückzuführen. In den letzten 2 Jahren mussten allein für die Heizung jährlich rund 25.000,- Euro bezahlt werden. Die Verwaltung hat deshalb das Architekturbüro Supper-Heinemann gebeten, das gesamte Gebäude sowohl bezüglich der Anforderung an zeitgemäße Sanitärräume wie auch insbesondere unter dem Gesichtspunkt energetischer Einsparungen zu untersuchen und einen Vorschlag zur abschnittsweisen Sanierung des Kindergartengebäudes auszuarbeiten. Nach dem jetzt vorgelegten Untersuchungsbericht entstehen für die Generalsanierung des Hauses Kosten von rund 600.000,- Euro. Herr Architekt Heinemann hat in der Sitzung vor Ort dem Gemeinderat die einzelnen Schwachpunkte des Gebäudes aufgezeigt und auch dargelegt, wie unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten sinnvoll Bauabschnitte gebildet werden können. Nach dem Vorschlag des Architekten sollen zunächst die WC-Anlagen im Erdgeschoß komplett erneuert und die Eingangsbereiche unter energetischen Gesichtspunkten verbessert werden. Im nächsten Bauabschnitt müssten dann notwendige Dämmarbeiten umgesetzt und über den Austausch der Heizung und die künftige Art der Beheizung entschieden werden. Herr Dipl. Ing. Hankiewicz hat als Fachplaner erläutert, dass die jetzige Elektroheizung nicht nur sehr störanfällig ist, sondern auch absolut uneffizient arbeitet. Durch die fehlende Dämmung im Erdgeschoß des Gebäudes fallen jedes Jahr allein für die Heizung Mehrkosten von ca. 15.000,-Euro an. In der Diskussion waren sich die Mitglieder des Gemeinderats darüber einig, dass die Sanierung des Gebäudes fällig ist und entsprechend dem Vorschlag des Architekten noch in diesem Jahr mit den Arbeiten begonnen wird. Im Haushaltsplan 2011 sind für den 1. Bauabschnitt 200.000,- Euro finanziert. Dieser 1. Bauabschnitt soll in den Sommerferien 2011 umgesetzt werden. Für die künftige Heizung wurden 3 Optionen diskutiert: Geothermie wie in der Bücherei, ein Luft-Wasser-Wärmetauscher und der Anschluss an die Holzhackschnitzelheizung der Werdenberg-Schule. Zu diesen 3 Varianten wird das Ingenieurbüro Hankiewicz einen detaillierten Kostenvergleich ausarbeiten, auf dessen Grundlage der Gemeinderat dann zu einem späteren Zeitpunkt über die endgültige Heizungsart entscheiden kann. Der Gemeinderat hat das Architekturbüro Supper-Heinemann mit der Planung, Abwicklung und Bauüberwachung der Sanierungsmaßnahme und das Ingenieurbüro Hankiewicz mit der Fachplanung zur Verbesserung der Sanitäranlagen und der Heizungsanlage beauftragt. Gleichzeitig wurde die Verwaltung ermächtigt, zur zügigen Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen die Arbeiten zur Verbesserung der Sanitäranlagen und des Eingangsbereichs beschränkt auszuschreiben. Über die Umsetzung der weiteren Maßnahmen wird im Rahmen des Haushalts 2012 entschieden.

Änderung des Bebauungsplanes „Stadtkern“

Das Grundstück Pfarrgasse 16 soll mit einem Wohngebäude bebaut werden. Für eine – auch städtebaulich – sinnvollen Nutzung des Grundstücks sind Abweichungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans „Stadtkern“ notwendig. Auf Grund der rückseitig bestehenden Stadtmauer muss das Gebäude soweit wie möglich nach Vorne gerückt werden. Die Baugrenze wird entsprechend geändert. Des weiteren ist die Festsetzung der Grundflächenzahl (GRZ) als Obergrenze mit 0,6 im Bereich dieses Bebauungsplanes nicht ausreichend, weil sowohl ein Großteil der bereits bestehenden Gebäude jeweils das gesamte Grundstück abdecken und künftige Neu- und Ersatzbauten wirtschaftlich nur dann sinnvoll sind, wenn die Grundstücke komplett bebaut werden können. Größere Freiflächen sind auf den Grundstücken im Stadtkern in der Regel nicht vorhanden. Mit der Erhöhung der Grundflächenzahl wird der bestehenden und historischen Struktur im Stadtkern Rechnung getragen und der typische Charakter der Bebauung bewahrt. Auf die Festsetzung einer Geschoßflächenzahl (GFZ) wird verzichtet. Die Obergrenze der Baunutzungsverordnung gilt somit als nicht festgesetzt, dies heißt, dass die bisherige Festsetzung der Gebäudehöhe für Neubauten aufgegeben wird und für diese die Einfügung in die Umgebungsbebauung maßgebend ist. Die maximale Gebäudehöhe darf bei bestehenden Gebäuden um bis 1 m über der bestehenden Höhe liegen, bei Neubauten sind größere Höhen zulässig. Der Textteil dieses Bebauungsplanes wird außerdem so geändert, dass je Gebäude nur eine Antennenanlage (einschließlich Parabolantennen) zulässig ist und diese Antennenanlage auf dem Dach anzubringen ist. Für Parabolantennen gibt außerdem, dass diese in der Dachfarbe lackiert sein müssen. Der Gemeinderat hat der Änderung des Bebauungsplanes in diesem Sinne zugestimmt, die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung wird in Form der öffentlichen Auslegung für die Dauer von 2 Wochen durchgeführt (siehe Veröffentlichung im heutigen Amtsblatt).