Öffentliche Gemeinderatssitzung am 18.10.2011

Beratung und Verabschiedung des Kultur- und Nutzungsplanes für das Forstwirtschaftsjahr 2012

Das Kreisforstamt hat dem Gemeinderat den Entwurf des Kultur- und Nutzungsplanes des Stadtwalds Trochtelfingen für das Forstwirtschaftsjahr 2012 vorgelegt. Nach der Planung werden im nächsten Forstwirtschaftsjahr 13.800 fm Holz eingeschlagen, davon 8.070 fm Nadelholz und 5.730 fm Laubholz. Von der Gesamtnutzung entfallen auf die Vornutzung 10.400 fm und auf die Hautnutzung 3.400 fm. Als Buche-Brennholz werden wieder 3.080 fm bereitgestellt. Um die Nachhaltigkeit der Waldwirtschaft zu gewährleisten ist auf einer Fläche von 198 ha die Durchforstung vorgesehen, auf weiteren 5,30 ha die Jungbestandspflege. Die Kultursicherung erfolgt auf 7,5 ha, die Schlagpflege auf 7,5 ha und der Anbau auf 3,5 ha. Als Pflanzen werden 12.300 Fichten und 1.330 Douglasien, die durch einen mechanischen Verbissschutz geschützt werden, ausgebracht. Im Bewirtschaftungsplan rechnet die Forstverwaltung mit einem Überschuss in Höhe von 168.700,- Euro und damit nochmals um ein deutlich verbessertes Ergebnis gegenüber den Vorjahren. Aus dem Holzeinschlag werden Erlöse von 605.895,- Euro erwartet, denen ein Aufwand für Löhne und Unternehmer von 238.910,- Euro gegenübersteht. Weitere größere Ausgabeposten sind der Aufwand für die Kulturen mit 36.630,- Euro, für Waldschutz und Bestandspflege mit 27.000,- Euro, für die Unterhaltung der Waldwege mit 21.000,- Euro sowie der Verwaltungskostenbeitrag an das Land mit 94.150,- Euro. Der Preis für Brennholz wurde wie im laufenden Jahr auf 50,- Euro/fm festgesetzt. Nach der Empfehlung des Kreisforstamtes sollte der Preis für dieses Sortiment im kommenden Jahr 60,- Euro/fm betragen. Dieser Empfehlung hat sich der Gemeinderat nicht angeschlossen, nachdem der Brennholzpreis im vergangenen Jahr um 5,- Euro/fm angehoben wurde. Der deutlich unter der Empfehlung festgelegte Brennholzpreis kann jedoch nur solange gehalten werden, wie Brennholz nur an Einheimische (in der Stadt Trochtelfingen wohnhafte Endverbraucher) abgegeben wird und der Stadtwald einen sehr guten Ertrag abwirft. Nachdem benachbarte Gemeinden für ihr Brennholz bereits jetzt zum Teil deutlich höhere Preise verlangen, wird auch die Stadt Trochtelfingen 2013 nicht umhinkommen, ihren Brennholzpreis wieder anzupassen. Einstimmig hat der Gemeinderat dem Kultur- und Nutzungsplan des Stadtwaldes für 2012 zugestimmt. Als einzige Ausgabe im Vermögenshaushalt ist der Kauf eines Waldarbeiterschutzwagens zum Preis von 14.000,- Euro eingeplant.

Vorstellung der Ortsentwicklungskonzepte Mägerkingen und Steinhilben

Zu Anfang diesen Jahres hat der Gemeinderat das Planungsbüro Künster mit der Erstellung von Ortsentwicklungskonzepten für die Stadtteile Mägerkingen und Steinhilben beauftragt. Die Erstellung dieser Konzepte soll dazu dienen, Schwachstellen hinsichtlich der Infrastruktur festzustellen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten, außerdem zu analysieren, wo aufgrund der demographischen Entwicklung oder nicht mehr zeitgemäßer Wohnformen in den Ortszentren bereits Leerstände entstanden sind oder in den nächsten Jahren möglicherweise erwartet werden müssen. In einem intensiven Dialog mit Gebäudeeigentümern, den Ortschaftsräten und der Verwaltung hat das Büro Künster die erste Stufe der Ortsentwicklungskonzepte für Mägerkingen und Steinhilben erarbeitet und die Ergebnisse dem Gemeinderat vorgestellt. Ausgelöst durch den Dialog mit den Grundstückseigentümern und unterstützt durch die fachliche Beratung, wurden in den letzten Tagen dem Regierungspräsidium Tübingen Anträge auf Förderung aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum sowohl für Mägerkingen wie auch für Steinhilben vorgelegt. Diese Anträge beinhalten in Steinhilben die Förderung von zwei betrieblichen Investitionsvorhaben und drei Vorhaben zur Umnutzung vorhandener Gebäudesubstanz als Wohnraum bzw. zur Schaffung von neuem Wohnraum. Für Mägerkingen wurden ebenfalls drei Förderanträge zur Umnutzung bzw. Schaffung von neuem Wohnraum gestellt und zusätzlich die Förderung des Erwerb und Abbruch einer Gewerbebrache beantragt. In der Diskussion kam zum Ausdruck, dass sowohl seitens der Ortschaftsräte wie auch des Gemeinderates erwartet wird, dass diese Ortsentwicklungskonzepte für die Zukunft wichtige Impulse auslösen. Natürlich werden diese Konzepte in den nächsten Jahren laufend überprüft und fortgeschrieben, so dass in den nächsten fünf Jahren immer wieder neue Ideen und Vorschläge aufgegriffen und in den Ortsentwicklungskonzepten ihren Niederschlag finden können.

Antrag zum Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Eberhard-von-Werdenberg-Halle

Mit Schreiben vom 13.07.2011 hat eine Interessengemeinschaft, vertreten durch Herrn Dr. Thomas Goerlich, beantragt, das Dach der Eberhard-von-Werdenberg-Halle zum Aufbau einer Bürgersolaranlage kostenlos zur Verfügung zu stellen. Bereits 2006 wurde über einen solchen Antrag, der von anderer Seite gestellt wurde, verhandelt. Seinerzeit wurde vom Gemeinderat mehrheitlich die Meinung vertreten, dass wegen der besonderen Charakteristik des Daches auf der Eberhard-von-Werdenberg-Halle dem Aufbau einer Solaranlage nicht zugestimmt wird, obwohl auch damals ein Beteiligungs- bzw. Investorenmodell geplant war. Die Stadt Trochtelfingen hat schon mehrere geeignete Dächer (Werdenberg-Schule, Theodor-Heuss-Schule, Gemeinschaftsschuppenanlage Steinhilben und Wilsingen, Kindergarten und Turnhalle Hausen) für solche Bürgersolaranlagen kostenlos zur Verfügung gestellt. Es kann nicht unterstellt werden, dass sich Gemeinderat und Verwaltung der Stadt Trochtelfingen der Energieproduktion durch erneuerbare Energien verschließen. Im Falle der Eberhard-von-Werdenberg-Halle wurde dem Gemeinderat aber erneut empfohlen, dem Aufbau einer Solaranlage auf diesem Dach nicht zuzustimmen, weil nach Meinung der Verwaltung eine Solaranlage auf dieser Dachlandschaft das Gesamtbild des Ensembles zum Nachteil verändert. Aus der Mitte des Gemeinderats wurde diese Meinung unterstützt, teilweise aber auch so argumentiert, dass sich dieses Dach von seiner Ausrichtung her grundsätzlich für eine Photovoltaikanlage eignen würde. Allerdings wurde auch die Meinung vertreten, dass im Falle der Zustimmung nur die Stadt und damit die gesamte Bürgerschaft in den Genuss wirtschaftlicher Erträge aus einer solchen Anlage kommen kann. Ein Antrag aus der Mitte des Gemeinderates, dem Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Eberhard-von-Werdenberg-Halle durch eine Interessengemeinschaft unter der Bedingung stattzugeben, dass die Stadt am Gewinn entsprechend beteiligt wird, wurde mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Dem beantragten Aufbau einer Solaranlage hat der Gemeinderat aus gestalterischen Gründen nicht zugestimmt und den Antrag der Interessengemeinschaft abgelehnt.