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Öffentliche Gemeinderatssitzung am 24.04.2012

By K. Zeiler
Erstellt 07.05.2012 - 16:16

Beauftragung der Firma Ernst Lorch, Restaurator GmbH, mit den weiteren restauratorischen Arbeiten am Schloßgebäude

Die Zimmermannsarbeiten im Dachstuhl des Schloßgebäudes sind zwar noch nicht abgeschlossen, sind aber auf einem guten Weg zum Ziel. Der Umfang und die Notwendigkeit dieser Zimmermannsarbeiten wurden dem Gemeinderat bei einer Besichtigung vor Ort am 21.10.2011 nochmals aufgezeigt. Inzwischen hat die mit den Verputzarbeiten beauftragte Firma Joswig & Kneule auch einen Großteil des zu entfernenden Zementputz und des „Opferputz“ abgeschlagen. Auf der Ostseite des Gebäudes wird entsprechend den Auflagen des Landesdenkmalamtes der in kleinen Teilen noch vorhandene historische Kalkputz erhalten, gefestigt und dauerhaft konserviert. Für diese Maßnahme waren Gesamtkosten von rund 60.000,- Euro kalkuliert, die aber in dieser Höhe nicht anfallen werden. Als weitere restauratorische Maßnahmen müssen die Sandsteingewände gefestigt, die mürben Putzpartien mit KSE getränkt, sämtliche Schäden mit Sandsteinersatzmaße gekittet und neu mit Silikonharzfarbe gestrichen werden. An einzelnen gebrochenen Sandsteinbänken sind parzielle Vernadelungen mit Edelstahlelementen notwendig, ebenso sind Ausbesserungen am Traufgesims vorzusehen. Für diese restauratorischen Maßnahmen ist mit weiteren Kosten von rund 97.000,- Euro zu rechnen. Die Restaurierung der Wasserspeier und des Sandsteinwappens ist mit rund 10.000,- Euro kalkuliert. Für die Eckquaderung entstehen weitere Kosten von rund 10.000,- Euro und für die restauratorische Begleitung und Dokumentation Kosten von rund 5.500,- Euro, so dass in der Summe für diese Arbeiten mit Kosten von rund 186.000,- Euro kalkuliert wurde. In der letzten Berechnung sind rund 170.000,- Euro für diese restauratorischen Aufwendungen und Konservierungsarbeiten geplant. Nach der fortgeschriebenen Kostenplanung – Übersicht vom 16.05.2011- lag die Kostenberechnung für die Schlosssanierung insgesamt bei 1.235.847,92 Euro. Auf der Grundlage der bis jetzt vorliegenden Ausschreibungs- bzw. Abrechnungsergebnisse geht die Verwaltung davon aus, dass mit Kosten von rund 1.200.000,- Euro abgeschlossen wird. Allerdings ist noch nicht abzusehen, wie die Zimmererarbeiten schlussendlich abgerechnet werden.
Der Restaurator Schulz – Lorch hat dem Gemeinderat die weiteren Arbeitsschritte detailliert erklärt und darauf hingewiesen, dass aktuell sich heraus gestellt hat, dass doch wesentlich weniger vorhandener historischer Kalkputz gefunden wurde und sich deshalb die Kosten für diese Maßnahme deutlich reduzieren. Der Gemeinderat hat die Ausführungen des Restaurators interessiert zur Kenntnis genommen und die Firma Ernst Lorch einstimmig mit den weiteren restauratorischen Arbeiten am Schloßgebäude beauftragt.

Beschluss zur Farbgebung und Quaderung am Schloßgebäude

Als einer der letzten, aber sicher auch einer der wichtigsten, Schritte im Zusammenhang mit der Sanierung des Schloßgebäudes hat der Gemeinderat in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt und auf der Grundlage der vorhandenen Konzepte die Farbgebung des Außenputzes festzulegen.
Im Zuge der umfangreichen Untersuchungen durch den Restaurator Jürgen Schulz-Lorch in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt und Frau Dr. Grassecker von der MPA Stuttgart wurden verschiedene Farbfassungen des Außenputzes belegt. Das gegen Ende des 15. Jahrhunderts von den Grafen von Werdenberg-Heiligenberg erbaute Schloss hatte zuletzt einen nach 1950 mehrschichtig aufgetragenen sehr harten Kalkzementputz mit einer gescheibten Oberfläche. Die Wandflächen waren grauweiß getüncht, die Fenstergewände und die Dachgesimse sind grünblau gefasst.

Nach dem Untersuchungsbericht des Restaurators konnten 6 Putzphasen mit verschiedenen Farbschichten nachgewissen werden. Die erste Phase auf dem Putz des Erstbestandes zeigt zur grauen Fassung der Eckquader noch Reste eines weißen Fugenstriches.

Nach einem Abstimmungsgespräch zwischen dem Referat 25 des Landesdenkmalamt und dem Restaurator Schulz-Lorch wird vorgeschlagen, dass bezüglich der Farbgebung die Rekonstruktion der ersten Phase und somit ein heller, abgetönter Wandfarbton mit grauen Eckquadern und grauen Sandsteingewänden angestrebt wird.
Herr Schulz Lorch hat entsprechende Musterflächen an der südwestliche Gebäudeecke angebracht und die Details zu den Untersuchungsverfahren ebenso wie die Untersuchungsergebnisse dem Gemeinderat mit seinem Vorschlag zur Farbgebung erläutert. Anhand einer Aquarellzeichnung hat der Restaurator aufgezeigt, wie das Schloßgebäude nach Fertigstellung der Sanierung aussehen kann. Der vorgeschlagene helle, abgetönte Wandfarbton mit grauen Eckquadern und grauen Sandsteingewänden wurde allgemein als sehr gut empfunden und der Gemeinderat hat dieser Farbgebung einstimmig zugestimmt.