Öffentliche Gemeinderatssitzung vom 13.11.2007

Sanierung der Außenfassade des Schloßgebäudes

Bereits seit etwa zwei Jahren beschäftigt die dringend notwendige Sanierung der Außenfassade des Schloßgebäudes Trochtelfingen den Gemeinderat. Schon nach den ersten Gesprächen mit Fachleuten war zu erkennen, dass es mit einer Ausbesserung der Schadstellen im Putz und einem neuen Anstrich keinesfalls getan ist und damit lediglich eine kurzfristige Verbesserung der Optik erreicht würde. Nach umfangreichen Voruntersuchungen durch die Restaurierungsfirma Lorch aus Sigmaringen und Gesprächen mit dem Landesdenkmalamt war sehr schnell klar, dass unser Schloß trotz einer Sanierung in den 60-er Jahren schwere umlaufende Putz- und Feuchteschäden hat, die zum Teil 4 bis 5 m über Terrain erkennbar sind. Am Nordanbau sind außerdem fast durchgehend Flecke und Risse zu beobachten. Vom Denkmalamt wurde deshalb die Untersuchung der Feuchteschäden im Außenbereich und – wo erforderlich – auch im Innenbereich, ebenso wie die Untersuchung der Materialschäden und Ausblühungen auf ihre Ursachen empfohlen. Begleitend dazu wird der historische Putz untersucht und in Zusammenarbeit zwischen der Materialprüfungsanstalt Stuttgart und der Restaurierungsfirma Lorch ein Sanierungskonzept gegen die Feuchte- und Salzprobleme einschließlich Überlegungen zur Trockenlegung entwickelt. Frau Dr. Grassegger von der Materialprüfungsanstalt der Universität Stuttgart hat ihr Gutachten dem Gemeinderat in der Sitzung am 13.11.2007 vorgestellt. Dieses Gutachten gründet auf den Ergebnissen der Untersuchung verschiedener Bohrkerne aus dem Mauerwerk und den Ergebnissen einer Durchstrahlung des Mauerwerks mit Radar. Die Radargramme ergeben flächige, qualitative Aussagen zur Verteilung von Feuchte, Salzen und vor allem auch zu dem Mauerwerksaufbau. Als Ergebnis ist festzuhalten, dass in manchen Mauerbereichen sehr hohe Feuchtegehalte vorliegen. Dies bedeutet, dass das Material und insbesondere die oberen Putzschichten extrem feuchtegesättigt sind. Die Durchfeuchtung des Mauerwerks ist nach wie vor aktiv, das heißt, die Feuchte steigt nach wie vor auf und saugt sich wie ein Schwamm in die Höhe. Hier besteht noch dringender Klärungsbedarf. Als ersten Schritt schlägt Frau Dr. Grassegger vor, zur Festlegung der notwendigen Abdichtungsmaßnahmen Probeöffnungen an der Ostfassade und der Südfassade zu machen um abzuklären, wo das Wasser herkommt (Bodenfeuchte, Oberflächenwasser oder Grundwasser). Parallel dazu ist zu untersuchen, ob historische Abdichtungsmaßnahmen im Rahmen der ursprünglichen Fundamentierung vorhanden sind. Die Drainagensituation rund um das Schloß und die oberirdische Entwässerung im Außenbereich des Schloßes müssen untersucht werden. Besonders stark von der Durchfeuchtung ist auch ein Klassenzimmer hinter der Südfassade betroffen, hier sollte eine Bodenöffnung erfolgen um den Grund festzustellen. Maßnahmen zur Trockenlegung könnten die Verlegung einer Drainage, die Wasserableitung oder Fundamentabdichtung mittels Horizontal- und Vertikalsperren sein. Erst wenn die Abdichtungsmaßnahmen erledig sind, sollte mit der Sanierung des Außenputzes begonnen werden. Als erster Schritt wäre dann der feuchte Putz abzuschlagen und mittels einem „Opferputz“ die Trockenlegung der Wände einzuleiten. Dieser „Opferputz“ wirkt wie ein Schwamm, er entzieht den Wänden die Feuchte und die Salze. Nach einer Zeit von einigen Monaten bis zu einem Jahr wird dieser Putz wiederum abgeschlagen und das Gebäude erhält je nach Grad der Trocknung einen nochmaligen Opferputz. Im Idealfall kann bereits der endgültige Sanierungsputz aufgebracht werden. In der Diskussion kam klar zum Ausdruck, dass eine lediglich optische Verbesserung der Schloßfassade zwar mit geringeren Kosten und einem schnelleren zeitlichen Ablauf zu erreichen wäre, allerdings das Grundübel der aufsteigenden Feuchte und Salze damit nicht beseitigt und eine längerfristige Verbesserung der Situation nicht zu erreichen ist. Nach dem heutigen Kenntnisstand kann davon ausgegangen, dass sich die Sanierungsmaßnahme über einen Zeitraum bis zu 5 Jahren hinzieht. Allerdings ist es nicht so, dass in dieser Zeit das Gebäude als Baustelle dasteht, da nach Aufbringung des „Opferputzes“ das Schloß zumindest optisch besser dasteht als heute, nur muss man sich darüber klar sein, dass dieser Putz nach einiger Zeit wieder abgeschlagen werden muss, um die Trocknung des Mauerwerks zu vollenden. In Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt, der Restaurierungsfirma Lorch und der Materialprüfungsanstalt sollen im kommenden Frühjahr Maßnahmen zur Trockenlegung der Fundamente begonnen werden. Daran anschließend wird der durchfeuchtete und mit Salzen durchsetzte Putz im unteren Teil des Gebäudes abgeschlagen und durch einen „Opferputz“ ersetzt. Erst wenn sich zeigt, dass die Entfeuchtung und Entsalzung am gesamten Gebäude Erfolg hatte, wird der restliche Putz ebenfalls komplett abgeschlagen und ein neuer Sanierungsputz aufgebracht. Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen wird auch das historische Wappen an der Ostfassade beim Turmeingang einer Steinrestaurierung unterzogen, ebenso wie sämtliche Laibungen und Fensterbänke und die Oberflächenrisse in den Sandstein-Bauteilen. Kostenmäßig ist diese Schloßsanierung noch nicht zu erfassen, weil endgültige Kalkulationen erst dann möglich sind, wenn klar ist, wie das Wasser in das Mauerwerk eindringt. Aufgrund der empfohlenen Vorgehensweise kann die Finanzierung der Sanierungsmaßnahme aber über mehrere Haushaltsjahre verteilt werden. Zur Zeit stehen noch bereits finanzierte Haushaltsmittel in Höhe von 300.000,- Euro zur Verfügung.

Überlassung des Vortragsraumes in der öffentlichen Bücherei an Dritte

Das Nutzungskonzept für den Neubau der öffentlichen Bücherei in der Marktstraße 23 beinhaltet unter anderem, dass der Vortrags- und Veranstaltungsraum im 2. Obergeschoss des Gebäudes auch für Veranstaltungen Dritter (Firmen, Vereine, Organisationen) zur Verfügung steht. Hierbei ist an Veranstaltungen gedacht, die sich in die inhaltliche Konzeption des Gebäudes und der Einrichtung einfügen wie z.B. Vorträge und kleinere kulturelle Veranstaltungen. Auf Vorschlag der Verwaltung hat der Gemeinderat beschlossen, dass für die Überlassung des Vortragsraumes der Bücherei an Dritte ein Entgelt von 100,- Euro festgesetzt wird. Es sind ausschließlich Veranstaltungen gestattet, die in Form und Inhalt dem Gesamtkonzept der Bücherei als kulturelle Einrichtung nicht entgegenstehen. In Anbetracht der nicht vorhandenen „Infrastruktur“ wird eine Bewirtung nicht zugelassen. Private Feiern sind grundsätzlich ausgeschlossen. Der vorgeschlagenen Überlassungsvereinbarung wurde vom Gemeinderat zugestimmt.