Öffentliche Gemeinderatssitzung am 24.06.2008

Vorstellung des Gutachtens zum Dachstuhl des Schloßgebäudes und Beschlussfassung zur Sanierung

In der Diskussion über die Fassadensanierung des Schloßgebäudes wurde aus der Mitte des Gemeinderats auch der Zustand des Daches hinterfragt. Der Vorsitzende hat daraufhin den Restaurator im Zimmererhandwerk, Herrn Gemeinderat Jürgen Klingenstein und den öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Holzschutz und Holzschäden, Robert Ott, mit der Begutachtung der Dachkonstruktion des Gebäudes beauftragt. Die beiden Fachleute haben den Dachstuhl eingehend untersucht, die festgestellten Schäden wurden klassifiziert und dokumentiert. Nach dem zwischenzeitlich vorliegenden Untersuchungsbericht ist Handlungsbedarf dringend gegeben. Zwar ist die Konstruktion nicht so stark geschädigt, dass Sicherheitsmängel auftreten, aber durch verschiedene Ursachen sind statische Mängel entstanden, die unbedingt im Zuge der allgemeinen Sanierungsarbeiten fachmännisch behoben werden müssen, nicht zuletzt deshalb, weil bereits früher unternommene Reparaturversuche größtenteils unzulänglich waren bzw. nur den Bestand gesichert haben. Nach Angabe der Fachleute kann die Sanierung des Dachstuhls durchaus in mehreren Bauabschnitten erfolgen, allerdings immer in Abstimmung mit den Arbeiten zur Fassadensanierung, weil sowohl für die Fassadensanierung wie auch für die Sanierung der Dachkonstruktion das Gebäude komplett eingerüstet werden muss. Gerade vor dem Hintergrund, dass alleine für das Gerüst mit Kosten von ca. 80.000,- Euro zu rechnen ist, können die Arbeiten auch aus wirtschaftlichen Gründen nur parallel ausgeführt werden. Nach einer detaillierten Schätzung der Firma Klingenstein ist für die Sanierung der Dachkonstruktion mit Kosten in Höhe von rund 350.000,- Euro zu rechnen. Die Verwaltung hat darauf hingewiesen, dass die Kostenschätzung für die Sanierung solch alter Gebäude immer Unwägbarkeiten enthält, die zu Mehrkosten führen können. Auch die Vertreter der Unteren Denkmalbehörde und des Landesdenkmalamtes haben sich zwischenzeitlich von der Notwendigkeit der Generalsanierung des Dachstuhl überzeugt. Der komplette Untersuchungsbericht liegt diesen Stellen vor. Bei einem Gespräch mit dem Landesdenkmalamt wurde von den zuständigen Denkmalpflegern in Aussicht gestellt, dass die Maßnahme gefördert wird. Ob, wann und in welcher Höhe ist allerdings noch offen. Auch unter dem Vorzeichen, dass derzeit nicht abzusehen ist, in welcher Größenordnung die Sanierung des Dachstuhls aus Mitteln aus der Denkmalpflege gefördert wird, hat die Verwaltung dem Gemeinderat vorgeschlagen, spätestens dann mit der Sanierung des Dachstuhls zu beginnen, wenn das Schloßgebäude im Zuge der Fassadensanierung komplett eingerüstet ist. Dieser Zeitpunkt ist zur Zeit noch offen, weil noch nicht abzusehen ist, wie lange und wie oft der so genannte „Opferputz“ im Fuß- und Sockelbereich des Schloßgebäudes zur Entfeuchtung und Entsalzung aufzubringen ist. Herr Jürgen Klingenstein hat dem Gemeinderat anhand von Schadstellen eindrucksvoll die Notwendigkeit der Sanierung der Dachkonstruktion erläutert. Der Gemeinderat konnte sich davon überzeugen, dass durch in früheren Jahren eingedrungene Feuchtigkeit, durch Pilz- und Schädlingsbefall größere Schäden am Holz entstanden sind, dass aber insbesondere auch wegen nicht mehr vorhandener wichtiger Teile wie zum Beispiel der so genannten „Mauerlatte“ auf der Westseite eine Sanierung der Dachkonstruktion dringend notwendig ist. Der Gemeinderat hat die Notwendigkeit zur baldmöglichen Sanierungen anerkannt und die Verwaltung beauftragt, in Absprache mit dem Landesdenkmalamt, die notwendigen weiteren Schritte bis zur Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten einzuleiten. Die Finanzierung der Kosten soll entsprechend dem möglichen und notwendigen Baufortschritten in den kommenden Haushaltsjahren erfolgen, wobei nicht zuletzt auch angesichts der kulturhistorischen Bedeutung des Schloßgebäudes in Trochtelfingen die Bezuschussung dieser Arbeiten aus Mitteln der Denkmalpflege erwartet wird.

Sobald die denkmalrechtliche Genehmigung für die Freilegung des Fundaments vorliegt, soll mit den Fassadensanierungsarbeiten begonnen werden. Von der Verwaltung wurde die Hoffnung ausgedrückt, dass dies in den nächsten Wochen der Fall sein wird.

Bekanntgabe von Beschlüssen aus nichtöffentlicher Sitzung

Aus der letzten nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung wurde bekannt gegeben, dass der Gemeinderat als neue Leiterin des Kindergartens St. Martin Frau Renate Hipp ab 01. September 2008 bestellt hat. Die bisherige Kindergartenleiterin Veronika Schmid hat aus persönlichen Gründen um Entbindung von ihrer Aufgabe gebeten. Im Thomas-Geiselhart-Kindergarten in Steinhilben wird die bisherige Leiterin Frau Maria Hemming zum 01.01.2009 in Altersteilzeit gehen. Als Nachfolgerin wurde vom Gemeinderat Frau Claudia Bausch-Bennewitz bestellt.

Aufhebung der Satzung über die Veränderungssperre für das Gebiet Bahnhofstraße Flst. Nr. 696/12 und 696/22

Mit Beschluss vom 13.02.2007 hat der Gemeinderat die Satzung über die Veränderungssperre für das Gebiet „Bahnhofstraße, Flst.Nr. 696/12 und 696/22“ auf Gemarkung Trochtelfingen beschlossen. Diese Veränderungssperre umfasst die früheren Lagerhausgebäude der BayWa. Nachdem die Stadt Trochtelfingen mit notariellem Kaufvertrag diese Grundstücke erworben hat, ist die Aufrechterhaltung der Veränderungssperre nicht mehr notwendig und wird deshalb außer Kraft gesetzt.

Vorstellung der Planung und Beschlussfassung zum Ausbau des Karrenwegs

Nachdem die Verwaltung nach mehrjährigen Verhandlungen mit den bisherigen Grundstückseigentümern Kaufverträge abschließen konnte und die jetzige bzw. künftige Wegfläche des Karrenwegs in städtisches Eigentum übergeht, wurde die Planung zum Ausbau dieser Straße vorgestellt. Die vorhandene Wasserleitung muss auf Grund ihres Alters ausgetauscht werden, der Kanal ist in einem guten Zustand, lediglich einige Hausanschlüsse sind sanierungsbedürftig. Herr Schwochow vom Ingenieurbüro Kovacic hat dem Gemeinderat erläutert, dass die künftige Wegtrasse mit Granitleistensteinen eingefasst und ein neuer Fahrbahnbelag aufgebracht werden soll. Die Straßenbeleuchtung wird durchgehend komplett erneuert. Die EnBW und die Telekom werden schriftlich über die geplante Maßnahme unterrichtet und gebeten, im Zuge der Arbeiten Leerrohre für ihre Versorgungsleitungen einzulegen bzw. diese Leitungen zu erneuern. Der vorgestellten Planung wurde vom Gemeinderat zugestimmt, ebenso der sofortigen Ausschreibung dieser Arbeiten.

Beschlussfassung zum Antrag des Vereins „Fest in der Feste“ wegen einem Zuschuss zum Stadtfest 2008

Am 19. und 20. Juli 2008 findet wieder das traditionelle Stadtfest in Trochtelfingen statt. Der frühere Arbeitskreis „Stadtfest“ hat sich zwischenzeitlich als Verein mit dem Namen „Fest in der Feste e.V.“ gegründet und einen Zuschuss zur Mitfinanzierung der Kosten für die Werbung und eines attraktiven Rahmenprogramms in Höhe von 2.000,- Euro beantragt. Auch in diesem Jahr sollen wieder zahlreiche Musikgruppen und Attraktionen, insbesondere auch für die Kinder, für ein ansprechendes Programm sorgen. Der Gemeinderat hat den beantragten Zuschuss bewilligt.

Beschlussfassung zur Photovoltaikanlage und zur Warmwasserversorgung in der Gymnastikhalle in Hausen

In der Gemeinderatssitzung am 18.03.2008 wurde die Entscheidung über den Aufbau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Gymnastikhalle sowie über die Warmwasseraufbereitungen in diesem Gebäude zurückgestellt. Herr Architekt Koch hat zwischenzeitlich nähere Erhebungen und Berechnungen zur Photovoltaikanlage angestellt. Auf Grund der Größe des Daches kann ein Solarsystem mit einer Nennleistung von knapp unter 10 kWp installiert werden. Die Kosten für eine solche Anlage belaufen sich auf brutto 46.000,- bis 50.000,- Euro. Vorsteuerabzugsberechtigt wäre die Stadt nur dann, wenn für den Bau und den Betrieb dieser Anlage eine eigene Gesellschaft oder ein Eigenbetrieb gegründet und auch der Betrieb der Anlage von der Gesellschaft abgewickelt wird. Nach überschlägigen Berechnungen kann mit einem jährlichen Energieertrag von knapp 9.000 kWh gerechnet werden. Dies bedeutet bei einer Volleinspeisung in das Stromnetz bei einer Laufzeit von 20 Jahren auf der Grundlage des garantierten Einspeisebetrags jährliche Einnahmen (unter Berücksichtigung des nachlassenden Wirkungsgrades bis zum 20. Betriebsjahr) von ca. 4.000,- Euro, so dass der Aufwand nach ca. 13 Betriebsjahren gedeckt wäre. Mögliche Reparaturkosten oder Neubeschaffungen, beispielsweise der Wechselrichter, sind in dieser Rechnung nicht berücksichtigt. Nachdem der Verwaltung bekannt ist, dass von privater Seite immer wieder Interesse am Bau so genannter „Bürgersolaranlagen“ vorhanden ist, hat die Verwaltung dem Gemeinderat vorgeschlagen, die Dachfläche einer noch zu gründen privaten Gesellschaft zum Aufbau einer Bürgersolaranlage kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Die Überlassung des Daches soll sich an den Nutzungsbedingungen für die Dächer auf der Werdenberg-Schule und der Theodor-Heuss-Schule orientieren. Bezüglich der Warmwasserversorgung wird vom Architekten nach näherer Untersuchung der Gegebenheiten und der technischen Möglichkeiten und in Absprache mit einem Fachbüro empfohlen, im Kindergarten und auf der Gymnastikhalle auf Durchlauferhitzer umzustellen.

Beiden Vorschlägen hat der Gemeinderat zugestimmt und die Verwaltung beauftragt, die Möglichkeit zum Bau einer Bürgersolaranlage öffentlich auszuschreiben.