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Neue Informationen zur Corona-Pandemie und zu den Folgen im Städtle
In Trochtelfingen ist die Ausbreitung des Virus zum Stillstand gekommen – zumindest vorläufig.


Neue Informationen zur Corona-Pandemie und zu den Folgen im Städtle:
In Trochtelfingen ist die Ausbreitung des Virus zum Stillstand gekommen – zumindest vorläufig.
 
Die Corona-Verordnung wurde zum 8. Juni 2020 erneut ausgeweitet, vor allem was den Umgang mit Lockerungen betrifft. Die aktuellen Neuerungen betreffen den Schulbetrieb und die Kita-Stätten. Allerdings sind viele Details noch offen.
 
Die guten Nachrichten betreffen die Stadt Trochtelfingen zusammen mit allen Teilgemeinden: Momentan ist die Ausbreitung des Corona-Virus in unseren Gemeinden offensichtlich eingedämmt. Die Zahlen sind seit der vergangenen Woche ohne weiteren Zuwachs geblieben, was die Anzahl der gemeldeten Patienten und der Todesfälle angeht. Nach wie vor wissen wir in Trochtelfingen von 80 infizierten Corona-Patienten, von denen vier bedauerlicherweise verstarben, während 76 bereits wieder als geheilt gelten.
 
Auch die Zahlen, die das Gesundheitsamt und das Robert-Koch-Institut für das Bundesland Baden-Württemberg und den Landkreis Reutlingen veröffentlichen, unterstreichen die gleiche Tendenz: In Baden-Württemberg kam es nur noch zu sehr geringen Veränderungen der Fallzahlen für Covid-19 Patienten.

Ein wenig Zukunftsmusik: die Pläne zur Öffnung von Kitas und Grundschulen
Ab Anfang Juli dürfen die Kindertagesstätten und Grundschulen wieder in den Normalbetrieb zurückkehren. Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann zur Ausgestaltung dieser Wiederöffnung: „Es ist ein wichtiges Signal für die Kinder und auch für die Eltern, dass Kitas und Grundschulen wieder öffnen dürfen. Es zeigt sich immer wieder, dass der Weg der umsichtigen Öffnung der richtige ist“.
Die Entscheidung, die Kindertagesstätten Ende Juni wieder regulär zu öffnen, hat das Ministerium aufgrund des Zwischenergebnisses der Kinder-Studie über das Infektionsgeschehen bei Kindern bis zehn Jahren getroffen. In der Studie vom Zentrum für Infektionskrankheiten und Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg wurden insgesamt 2.500 Kinder aus Notbetreuungen und jeweils ein Elternteil dieser Kinder auf das Corona-Virus und auf Antikörper getestet worden.
Ersten Erkenntnissen dieser Studie zufolge sind offensichtlich die untersuchten Kinder nicht nur wesentlich seltener infiziert gewesen als Erwachsene. Auch das Verbreitungsrisiko war offensichtlich geringer als angenommen. Den möglichen Rückschluss fasst die Vorsitzende des Bildungsausschusses in Baden-Württemberg, Brigitte Lösch, so zusammen: „Für die Verbreitung des Infektionsgeschehens spielt es offensichtlich keine Rolle, ob Kinder zu Hause betreut werden oder in die Kita gehen“. Die Kindertagesstätten und die Grundschulen wieder für alle Kinder zu öffnen, so Brigitte Lösch weiter, sei daher der richtige Schritt. 
 
Aufgrund der Erkenntnisse der Studie werden für Grundschulen und Kitas die Abstandsregeln aufgehoben. Jedoch, so Lösch weiter, sei darauf zu achten, dass es keine gemeinsamen Pausen gebe, damit sich die einzelnen Klassen und Gruppen nicht durchmischten. Allein dieser Punkt stellt im Tagesgeschehen der ein beträchtliches Problem dar. Es stellt sich generell die Frage, wie viel Personal und wieviel Schulraum zur Verfügung steht.
 
Im Schulwesen wird sich vieles ändern
 
Für Trochtelfingen ergeben sich daraus vielschichtige Herausforderungen: Zum einen ist der verfügbare Schulraum durch die laufenden Bauarbeiten reduziert. Der Vorschlag, die älteren Schüler nur in halber Besetzung ins Schulgebäude zu rufen, fordert zugleich das doppelte Platzangebot – und zwingt gleichzeitig zum Homeschooling. Dazu kommen ein paar Restriktionen, die daraus entstehen, dass einzelne Mitglieder des Lehrkörpers zu Risikogruppen gehören, welchen es zur Zeit noch nicht gestattet ist in direktem Kontakt mit den Schülern zu arbeiten. Die Gemeinde steht in diesem Zusammenhang mit der Werdenberg-Schule in direkter Verbindung und bemüht sich zusammen mit dem Lehrkörper, möglichst zeitnah ein paar praktikable Lösungen zu finden. Wir werden über die Details in den kommenden Ausgaben berichten.
 
Für die weiterführenden Schulen gilt nach den Pfingstferien ein rollierendes System mit einer Mischung aus Präsenz- und Fernunterricht. Hier soll erreicht werden, dass jedes Kind pro Woche mindestens zehn Schulstunden in der Schule verbringt.
 
Das System soll nach Angaben von Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann bis zu den Sommerferien gelten. „Homeschooling wird daher weiterhin eine Rolle spielen“, so Brigitte Lösch im Bildungsgremium des Landes. Lösch weiter: „Kinder, die per Fernunterricht nicht erreicht werden, können die Lehrer bereits jetzt in die Schule beordern, um mit ihnen in Kleingruppen zu arbeiten“. Diese Empfehlung gilt unabhängig von Schulart und Klassenstufe der Kinder.
 
Eine besondere Problematik ergibt sich um die Verbindungsmöglichkeiten zwischen Schule und Schülerfamilie in Bezug auf die mögliche Ausstattung der Schulkinder. Solange nicht jedes Kind mit seinem eigenen Laptop oder Tablet für die digitale Verbindung zum Unterrichtsgeschehen ausgestattet ist, bleiben bedeutende Wünsche für einen optimal geführten Homeschooling-Unterricht offen.
 
Die Kultusministerin stellt zur Abhilfe die Anschaffung von 300.000 Laptops und Tablets für Schüler in Baden-Württemberg in Aussicht. Am Dienstag der aktuell laufenden Woche – also nach dem aktuellen Redaktionsschluss des Amtsblattes - sollte sich das Kabinett mit einer Vorlage aus dem Kultusministerium befassen, die das Ziel hat, für insgesamt 130 Millionen Euro Geräte kaufen zu können. Die Summe, so war geplant, teilen sich Bund und Land. Kultusministerin Susanne Eisenmann: „Das bedeutet, dass für etwa 20 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg Leihgeräte zur Verfügung stehen können.“
 
Weitere Details der Kabinettsvorlage: „Zwar ist in den Schulen der Unterricht wieder schrittweise gestartet, an einen normalen Regelbetrieb mit Präsenzunterricht mit allen Schülerinnen und Schülern ist wegen der Abstands- und Hygieneregeln infolge der Corona-Pandemie aber derzeit noch nicht zu denken.“
 
Daher sollen die Bedingungen für den Fernunterricht verbessert werden. Es darf nicht sein, dass ein Kind sein Schulziel nicht oder nur schwer erreicht, weil es nicht die nötige technische Ausstattung hat. Geplant ist derzeit, dass die Schulträger, also die Kommunen, nach Freistellung der Unterstützungsgelder "zügig" in die Geräte investieren können, um sie dann an Schüler zu verleihen. Das Geld soll den Schulträgern – also den Gemeinden - einmalig zur Verfügung gestellt werden. Für Folgekosten wie Reparaturen und Wartungen kommt das Land aber ausdrücklich nicht auf.
 
Die Frage, wie der Markt für elektronische Geräte die Stückzahl für die Schulen zeitnah bereitstellen soll, bleibt vorläufig offen. Die Liefersituation ist angesichts der gestiegenen Nachfrage für Tablets und Laptops heute bereits gespannt. Die Fertigungsstätten für die in Frage kommenden Geräte liegen durchweg in Asien. Die Transportwege aus Fernost sind durch Corona-Folgen aktuell noch behindert. Sicher werden die Ansätze zur Lösung die gesamte Sommerpause in Anspruch nehmen.
 
Der Hintergrund: Bildungsexperten und Lehrerverbände haben seit der Schulschließungen wegen des Coronavirus Mitte März davor gewarnt, dass manche Schüler abgehängt werden könnten, solange zu Hause keine Geräte wie Laptops oder Tablets vorhanden sind oder wenn Eltern sie nicht genügend in der außergewöhnlichen Lernsituation unterstützen können. Unsere Stadt wird sich zusammen mit den Schulen um weitere Lösungen bemühen. Über neue Erkenntnisse zur Situation werden wir in den kommenden Ausgaben weiter berichten.
 
 
Die Updates zum Geschehen auf den Sportstätten sind umfangreich
 
Generell gilt für den Sport zu Zeiten von Corona, dass Sport nicht und niemals in Nahkampf-Übungen ausarten soll. Abstandhalten gilt überall und wo Distanzen kürzer ausfallen – etwa in der Sportgaststätte - sind Alltagsmasken angesagt. Immerhin wurde das Training von Tennisdoppel aktuell wieder zugelassen, nachdem zuvor nur Einzel erlaubt war. Für Fußballplätze und Sporthallen gilt aber nach wie vor, dass lockeres Konditionstraining gut in die Zeit passt, kompakter Kampf um den Ball dagegen nicht.
 
Immerhin, die Schwimmbäder öffnen wieder. Allerdings nicht für die seither üblichen Planschgelage, die im sommerlichen Badebetrieb üblich waren. Die Anzahl der Personen pro Becken wird überwacht und reguliert, und das gilt für das Planschbecken der Kleinen ebenso wie für den Schwimmerbereich. Es wird auch nicht mehr beliebig durch das Becken gekrault, sondern in abgesperrten Bahnen brav im Einbahn-Verkehr geschwommen, natürlich mit Abstand, der auch dann eingehalten werden soll, wenn ein schnellerer Schwimmer die langsameren überholen möchte. Die Disziplin zum Abstand von 1,5 Metern reguliert auch die Belegung der Liegewiesen – Ausnahmen bilden Gruppen aus der gleichen Familie. Man muss also ein wenig Verständnis mit in den Sommer nehmen, auch was den Umgang mit lieb gewordenen Gewohnheiten angeht.
 
Weitere Neuerungen stehen für den Reiseverkehr in Form von Grenzöffnungen nach Frankreich, Italien, Osterreich und die Schweiz ab dem 15. Juni bevor. So werden auch grenzüberschreitende Urlaubsreisen wieder möglich. Kurz darauf steht ab Ende Juni eine Wiederaufnahme des Flugverkehrs in Aussicht. Soweit seither bekannt, ist dafür das Tragen einer Alltagsmaske für den gesamten Aufenthalt im Flughafen und dazu für die komplette Flugzeit geplant.
 
Es wird klar, dass die Maske und die Abstandsregel uns nicht so schnell aus ihren Fängen entlassen werden, solange keine Impfung gegen den Virus existiert.
 
Am einfachsten kommt man mit den Corona-Folgen klar, wenn man sich im Freien aufhält. Wandern und Radfahren macht beinahe so viel Spaß wie auch sonst immer: Der Aerosol-Mechanismus, der im geschlossenen Raum winzige Flüssigkeits-Partikel aus der Atemluft sehr lange in der Luft halten kann, verliert dort seine ansteckende Wirkung. Einfaches Abstandhalten reicht im Freien aus, um unbeschwerte Stunden zu erleben, die nicht von der latenten Folge der Seuchenverordnungen geprägt sind. So gesehen wünschen wir allen unseren Gemeindemitgliedern einen möglichst frohen und unbeschwerten Umgang mit dem Sommerauftakt. Und: bleiben Sie bitte alle gesund.

Direkte Links für die einzelnen Verordnungen:
Für die verschiedenen Bereiche des täglichen Lebens sind aktuell so umfangreiche Verordnungen immer wieder neu erlassen worden, dass wir diese unmöglich im vollen Umfang veröffentlichen können. Die einzelnen Fachbereiche finden jedoch im Servicebereich der Ministerien jeweils die vollständigen Bestimmungen für ihren spezifischen Bereich.
 
Die wichtigsten Adressen zum Download und zum Nachlesen:
Pflegeheime:
https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/besuchsverbote-in-krankenhaeusern-und-pflegeheimen-werden-schrittweise-gelockert/
 
Spezielle Regelungen für Sportstätten:
https://km-bw.de/,Lde/Startseite/Ablage+Einzelseiten+gemischte+Themen/Notverkuendung+Verordnung+des+KM+und+SM+ueber+Sportstaetten+gueltig+ab+2_+Juni
 
https://km-bw.de/,Lde/Startseite/Service/2020+06+05+Doppel-Tennis+wieder+erlaubt
 
Zum Schulbetrieb:
https://km-bw.de/,Lde/Startseite/Ablage+Einzelseiten+gemischte+Themen/FAQS+Schulschliessungen
 
https://km-bw.de/,Lde/Startseite/Service/2020+05+15+Digitale+Endgeraete+fuer+Schueler
 
Allgemeine Informationen:
https://www.kreis-reutlingen.de/de/Aktuelles/Coronavirus
 
https://wm.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/aktuelle-corona-verordnung-der-landesregierung/
 
https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/meldungen-coronavirus/

Stand: 08. Juni 2020