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Neue Informationen zur Corona-Pandemie und zu den Folgen im Städtle: Stand 29. Juni 2020


Neue Informationen zur Corona-Pandemie und zu den Folgen im Städtle

Die Pandemie kommt im Städtle zum Stillstand, Trochtelfingen weist weiterhin gute Werte auf

Die Corona-Verordnung der Landesregierung nimmt nun ein neues, völlig kompaktes Format ein. Alles wird einfacher und übersichtlicher. Die Auflockerung der vielen und teilweise sehr strikten Verordnungen vereinfacht den Umgang mit Corona beträchtlich.

Gute Nachrichten zu Corona sind selten, doch die Stadt Trochtelfingen kann zusammen mit allen Teilgemeinden erneut eine gute Tendenz vermelden: Die Ausbreitung des Corona-Virus in unseren Gemeinden offensichtlich gestoppt. Fürs erste jedenfalls. Ob das so bleiben kann, liegt in unserer Hand.
 
Die Zahlen sind nunmehr seit ein paar Wochen ohne weiteren Zuwachs geblieben, was die Anzahl der infizierten Patienten und der bedauerlichen Todesfälle angeht. Nach wie vor zählt Trochtelfingen bisher 80 infizierte Corona-Patienten, von denen vier bedauerlicherweise verstorben sind, während 76 bereits wieder als geheilt gelten können. Unser besonderer Dank gebührt allen Arztpraxen mit allen Helfern, Pflegern und Krankenhaus-Angestellten, ebenso den vielen Familien und Freunden, die sich um Heilung, Pflege und Reha aufopfernd gekümmert haben.
 
Die Zahlen vom Gesundheitsamt Reutlingen und dem Robert-Koch-Institut (RKI) für das Bundesland Baden-Württemberg und den Landkreis Reutlingen unterstreichen eine ähnliche Tendenz, legen aber bereits das Augenmerk auf die kommende Entwicklung: In Baden-Württemberg kam es zu spürbaren Veränderungen der Fallzahlen für die Virusgrippe. Die gute Nachricht: die Zahlen für neu infizierte Patienten sind kleiner als die der geheilten. Allerdings gilt auch, dass derzeit nur die Tendenz halbwegs günstig aussieht. Der Virus ist nicht „besiegt“, wie manch eine Pressemeldung prahlerisch meldet.
 
Nur die weitere Ausbreitung ist halbwegs unter Kontrolle. Die Entwicklung eines Impfstoffes für die endgültige Abwendung der Virengefahr wird wohl mit Hochdruck vorangetrieben. Das maßgeblich beteiligte Curevac-Institut in Tübingen hat mit Testreihen begonnen, allerdings zunächst nur an jungen und nicht vorgeschädigten Kandidaten. Die ersten Tendenzen sehen vielversprechend aus. Allein bis auch die Ergebnisse mit gesundheitlich vorgeschädigten Senior-Patienten zu einer offiziellen Zulassung führen, wird noch einige Zeit vergehen. Solange gilt die Erkenntnis, dass innerhalb jeder Familie die allzu großzügige Auslegung von Maskenpflicht und Besuchsregelung kaum jemals die Enkel gefährden wird, wohl aber deren Großeltern.
 
Zum Gefährdungspotential nur so viel: Unter den Verstorbenen der Pandemie in Baden-Württemberg waren 1.030 Männer und 791 Frauen. Das Alter der Verstorbenen lag zwischen 18 und 106 Jahren. 65 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.
 
Es bleibt allerdings abzuwarten, ob die – immer noch vergleichsweise - günstige Tendenz angesichts der zahlreichen Lockerungen erhalten bleibt. Vereinzelt konnte man auch in Trochtelfingen die spontane Rückkehr zu ausufernden Parties im Freien beobachten, die jede Bemühung um Abstandsregelung, Familiengruppierung und den Umgang mit Schutzmasken vermissen ließen. Auch stellt die Öffnung der Staatsgrenzen zum Auftakt der kommenden Urlaubszeit einen weiteren Risikofaktor für die bevorstehende Entwicklung dar.
 
Immerhin erkennt man bundesweit, dass das System der Erfassung und Rückverfolgung im Moment offensichtlich intakt ist und gut funktioniert. Die irritierenden Unsicherheiten aus dem Auftakt zum ersten Lockdown sollten künftig ausbleiben, so die herrschende Hoffnung. Und eine zweite Welle sollte möglichst völlig eingedämmt werden. Das gelingt allerdings nur, wenn wir uns alle am Riemen reißen und Disziplin im Umgang mit Maske und Abstandsregelung walten lassen.

 
Beruhigende Tendenz: die aktuellen Zahlen zur Pandemie-Entwicklung repräsentieren bereits die Lockerungen aus den vergangenen Wochen
Damit ist die negative Entwicklung der Corona-Pandemie beileibe nicht völlig vorbei, solange weiterhin neue Patienten dazukommen. Ja, manche Experten gehen sogar weiterhin davon aus, „dass dieser Virus für immer bei uns bleiben wird – auf die eine oder andere Weise“.
 
Weiterhin gilt die beruhigende Tendenz für das Land Baden-Württemberg, dass die Anzahl der geheilten Patienten rascher steigt als die der neu infizierten. Die überaus günstige Entwicklung vergangener Tage und Wochen, in denen gelegentlich beobachtet werden konnte, dass die Zahlen der neu Infizierten gegen null gehen, sind allerdings auch Vergangenheit. In den aktuellen Statistiken werden bereits die ersten Auswirkungen der Lockerungen zu den Pfingstferien vor vier Wochen sichtbar: Lockerung bedeutet Zunahme der Fallzahlen, so die geltende Erkenntnis. Wir werden weiterhin ein Auge auf diese Entwicklung haben müssen.
 
Die Katastrophe aus Rheda-Wiedenbrück, wo nach Neu-Ausbruch der Pandemie in einem Schlachthof die Rückkehr zweier Landkreise in die Quarantänevorgenommen werden musste, soll sich hier möglichst nicht wiederholen. Ministerpäsident Winfried Kretschmann zur Lage im Ländle: „Wir sind bisher besser durch die Corona-Krise gekommen als die meisten anderen Länder der Welt. Aber die Pandemie ist nicht vorbei. Das Virus ist nicht verschwunden. Und das gilt auch trotz mancher guten Nachricht, die wir haben.“.

Coronatests können die Urlaubsplanung unterstützen
Seit Anfang Juni gibt es die Möglichkeit zu freiwilligen Coronatests im ambulanten Bereich. Diese Tests werden ausschließlich von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten im Landkreis Reutlingen sowie im kassenärztlichen Bereitschaftsdienst ausgeführt. Wie bisher gibt es weiterhin einen mobilen Abstrichdienst, der die sechs verschiedenen Schwerpunktpraxen im Landkreis unterstützt.
Diese Praxen befinden sich in Reutlingen, Münsingen, Gammertingen und Auingen. Vor dem Test im ambulanten Zentrum steht die Zuweisung durch den Hausarzt, der die Termine zum ambulanten Test übermittelt, sofern die Hausarztpraxis die Abstriche nicht direkt vornehmen kann. Nachdem für manche Urlaubsziele ein möglichst neuer Test verlangt wird, muss die Urlaubsplanung in diesen Fällen sinnvollerweise mit dem Termin beim Hausarzt beginnen.

Dabei könnte auch gleich die Strategie für den Rückweg aus dem Urlaub abgesprochen werden: Wer besonders gefährdete Familienmitglieder in seinem Umfeld aktiv schützen möchte, der könnte sinnvollerweise versuchen, sich nach der Rückkehr testen zu lassen, bevor er etwa Oma und Opa wieder in die Arme schließen kann, ohne sie in Gefahr zu bringen.

Grundsätzlich gilt zur Einschätzung der aktuellen Lage die Bewertung des Robert Koch-Institutes (RKI). Danach wird das Risiko für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland derzeit insgesamt als hoch eingeschätzt, für Risikogruppen immer noch als sehr hoch.

Die Eintritts-Wahrscheinlichkeit für schwere Krankheitsverläufe nimmt mit zunehmendem Alter und bestehenden Vorerkrankungen zu. Diese Gefährdung variiert aber an Maß und Umfang von Region zu Region. Die Belastung des Gesundheitswesens hängt zudem maßgeblich von der regionalen Verbreitung der Infektion, den vorhandenen Kapazitäten und den eingeleiteten Gegenmaßnahmen wie Isolierung, Quarantäne, soziale Distanzierung ab und kann örtlich sehr hoch sein. Diese Einschätzung kann sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern, das haben die Fälle und um Rheda-Wiedenbrück in dramatischer Form klarmachen können.

Solange kein Impfserum erfolgreich getestet und zugelassen wurde, droht dann unumgänglich der Rückschritt in die volle Quarantäne. Dabei ist es weitgehend egal, ob gerade Urlaubszeit herrscht oder nicht. Diesen ungeliebten Schritt gilt es gemeinsam zu verhindern. So gesehen ist Vorsicht nicht nur die Mutter der Porzellankiste, sondern auch der Vater einer halbwegs ungetrübten Sommerpause.
 
Neue Verordnungen und Empfehlungen aus dem Landtag Baden-Württemberg: Das alles ändert sich zum 1. Juli
Die Verordnung zur Bändigung der Corona-Folgen wurden in den vergangenen Monaten laufend geändert und wiederholt mit Updates versehen. Ab sofort liegt die komplette Verordnung in neuer Fassung vor, sie ist damit übersichtlicher und leichter verständlich. Die Neufassung gilt ab 1. Juli.

Auf einen Blick
- Ab dem 1. Juli dürfen sich im öffentlichen und privaten Raum maximal 20 Personen treffen.
- Ab dem 1. Juli ist bei privaten Veranstaltungen unter 100 Teilnehmenden kein Hygienekonzept mehr nötig, wie früher gefordert. Dies gilt etwa für Geburtstags- oder Hochzeitsfeiern, Taufen und Familienfeiern.
- Ab dem 1. Juli sind Veranstaltungen mit bis zu 250 Personen möglich, sofern die geltenden Regeln eingehalten werden. Voraussetzung ist, dass für die gesamte Dauer der Veranstaltung feste Sitzplätze zugewiesen werden und ein festgelegtes Programm vorliegt, das über die schlichte Vergnügungsformel „Let’s have a Party“ hinausgeht. Die Regelung ermöglicht endlich wieder Kulturveranstaltungen, Vereinstreffen oder Mitarbeiterversammlungen.
- Ab dem 1. August sind Veranstaltungen bis zu 500 Teilnehmern wieder erlaubt.
- Untersagt sind weiterhin Tanzveranstaltungen mit Ausnahme von Tanzaufführungen sowie Tanzunterricht und -proben.
Bis zum 31. Oktober bleiben Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmenden weiter untersagt.
- Clubs und Diskotheken dürfen weiterhin nicht öffnen. Prostitutionsstätten, Bordelle und ähnliche Einrichtungen sowie jede sonstige Ausübung des Prostitutionsgewerbes im Sinne von § 2 Absatz 3 des Prostituiertenschutzgesetzes bleiben ebenfalls untersagt.
- Abstandsregelungen und Maskenpflicht bleiben bestehen. Dies gilt auch sinngemäß für die oben angeführten Veranstaltungen: Verzehr ist ohne Maske natürlich erlaubt, aber bei Verlassen des zugewiesenen Sitzplatzes, etwa für den Gang zur Toilette, greift weiterhin die Maskenpflicht.
 - Zahlreiche Einzel-Verordnungen sollen ab dem 1. Juli entfallen. Ersatzweise gelten dann die in der neuen Corona-Verordnung festgelegten Regelungen für:
+Einzelhandel
+Vergnügungsstätten
+Kosmetik und medizinische Fußpflege
+Beherbergungsbetriebe
+Freizeitparks
+Gaststätten
+Bordgastronomie
+Veranstaltungen
+Private Veranstaltungen
+Indoor-Freizeitaktivitäten
+Maskenpflicht in Praxen
+Berufsbildung
+Gottesdienste
+Weiterbildung

Die Headlines der neuen Verordnung
Im öffentlichen Raum, in Läden und im öffentlichen Nahverkehr herrscht weiterhin Maskenpflicht. Die neue Verordnung gibt weitere Empfehlungen und Verpflichtungen zum Einhalten von Abständen und dem Tragen einer Maske, dazu Musterregelungen zu Hygiene- und Arbeitsschutzanforderungen.

Betriebsverbote sind nur noch für wenige Bereiche vorgesehen. Die überarbeitete Verordnung bestimmt die Anwendbarkeit der allgemeinen Infektionsschutzvorgaben für bestimmte Einrichtungen und Betriebe. Dadurch konnte eine Reihe der bisherigen Ressortverordnungen wegfallen – aber beileibe nicht alle.

Der Bußgeld-Katalog bleibt im vollen Umfang erhalten. Bei Zuwiderhandlungen drohen Verwarnung und – vor allem im Wiederholungsfall – empfindliche Geldstrafen. Damit Kommunen und Landkreise zielgerichtet auf die konkreten Verhältnisse vor Ort reagieren können, werden im Einzelfall Abweichungen durch Allgemeinverfügung oder Verwaltungsakt seitens der zuständigen Behörden vor Ort möglich sein. Vor allem bei wiederholt renitent auftretenden Verweigerern der Abstands- und Masken-Regulierung drohen rigorose Strafen.

Die Grundregeln bleiben
Es bleibt beim Abstandsgebot als Basis für die Eindämmung des Virus. Es gibt selbstverständlich weiterhin die Ausnahmen für Fälle, wo das nicht möglich ist. Aber im Grundsatz gilt: Abstand halten. Und in den gewohnten Bereichen bleibt es auch bei der Maskenpflicht. Also im öffentlichen Verkehr, in Läden und Einkaufszentren und für bestimmte Berufsgruppen.

Welche Beschränkungen entfallen?
Bislang war im öffentlichen Raum eine Zusammenkunft mit maximal zehn Personen zulässig. Nun sind Gruppen bis 20 Personen möglich, und zwar für private und öffentliche Bereiche. Sofern ausschließlich Familien- oder Haushaltsmitglieder zusammenkommen, dürfen es auch mehr Personen sein.

Manche alten Verbote bleiben in Kraft
Tanzveranstaltungen sind weiterhin verboten. Das gilt für Clubs, Diskotheken und Veranstaltungen, bei denen wesentliches Element das Tanzen der Menge ist. Das Tanzen auf einer Hochzeitsfeier ist aber wieder zulässig.

Großveranstaltungen
Bei Großveranstaltungen wurde für Planungssicherheit gesorgt. Entsprechend der Vereinbarung zwischen den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin wurde das Verbot von Großveranstaltungen mit über 500 Personen bis zum 31. Oktober 2020 verlängert.

Wenige Unterverordnungen
In einigen Bereichen werden noch weitere Unterverordnungen notwendig sein. Diese Verordnungen sollen aktuell verkündet werden, sobald sie im vollen Umfang vorliegen. Grundsatz: Alle Hygieneregelungen bleiben bestehen.

Eine Kopie der neuen Verordnung liegt im Rathaus am Lesetisch im ersten Stock zur Einsicht für Rathausbesucher aus.

So gesehen wünschen wir allen unseren Gemeindemitgliedern einen möglichst frohen und unbeschwerten Umgang mit dem Sommerauftakt.
Das wichtigste von Allem: Bleiben Sie gesund, bitte.
 
Stand 29.06.2020, 21:00 Uhr